Der Weg ist das Ziel II – Resilienz

Das Zauberwort auf dem Weg zum Ziel heißt ,Resilienz‘. Das macht Sinn, allerdings nur, wenn wir sie viel radikaler verstehen, als das üblicherweise geschieht. John Hagel III hat kürzlich in einem Post darauf aufmerksam gemacht (,A Contrarian View on Resilience‘).

Resilienz ist mir vor einigen Jahren zunächst als Stehauf-Männchen Strategie in der (Selbst-) Management Szene begegnet. Man wollte stressgeplagten und Burn Out gefährdeten Managern Wege aufzeigen, wie sie sich wappnen können gegen erwartete und vor allem: gegen unerwartete Überlastungen und sonstige Nackenschläge im Job.

Inzwischen ist von Resilienz immer häufiger in Texten zum Komplexitätsmanagement zu lesen, als einer genialen Strategie, die es nicht nur einzelnen sondern ganzen Unternehmen ermöglichen soll, sich auf plötzlich auftauchende (nicht vorhersehbare) negative Ereignisse (vgl. Nassim N. Taleb‘ s ,Schwarze Schwäne‘) vorzubereiten. In der Regel mit dem Ziel, möglichst schnell wieder in die alte ,Form‘ (wie vor dem Ereignis) zurückzukehren. Hier setzt Hagel‘s Kritik ein, wenn er den ,Konservatismus‘ beklagt, den er hinter dem Wunsch ausmacht, „to get back to the original state as quickly as possible.“

Dieser Wunsch, eine Rückkehr zum Status Quo sicher zu stellen, übersieht aus Hagel‘s Sicht, „that many of these short-term ,attacks‘ are part of a much more profound phase shift at the market/ecosystem level.“

Und hierin liegt womöglich die eigentliche ,Gefahr‘, die uns durch die zunehmende Komplexität erwächst: Je mehr wir versuchen, ihr aus dem Weg zu gehen, sie zu ignorieren oder wenigstens zu reduzieren, weil wir sie als eine ernsthafte Bedrohung unseres Status Quo wahrnehmen, desto weniger können wir die Chancen erkennen, die Entwicklungsmöglichkeiten, die sich uns darin bieten.

Stattdessen sollten wir die unerwarteten Herausforderungen annehmen, die uns ,unterwegs‘ begegnen. Wenn wir sie als Anzeichen von grundlegenden Veränderungen zu lesen lernen und sie zum Anlass nehmen, auch uns zu verändern (uns anzupassen), macht ,Resilienz‘ wieder Sinn.  Dann bekommt sie eine innovative, evolutionäre, und in manchen Bereichen sicher auch revolutionäre Bedeutung.

„If we get this right, we will find ways to unleash more and more of our potential as individuals and institutions.“ (John Hagel III)

Es ist zuerst wieder einmal – wie so oft – eine Frage der Sichtweise.

Haben Sie herzlichen Dank für Ihr Interesse!

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