Urlaub? – Wenn es sein muss …

Führungskräfte kümmern sich ein Arbeitsleben lang um Effektivität, Effizienz, Innovation, Optimierung. Aus einem ganz einfachen Grunde: Damit ihr Unternehmen, ihre Abteilung, ihr Team arbeits- und vor allem wettbewerbsfähig bleibt. Dazu gehört selbstverständlich auch, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren gesetzlich vorgeschriebenen Erholungsurlaub nehmen und zur Regeneration nutzen . So weit, so gut.

Nun beobachte ich – wie mir scheint von Jahr zu Jahr häufiger – ein Phänomen, das mit dem oben beschriebenen so gar nicht zusammen passt: Führungskräfte, die völlig überfordert sind, wenn es darum geht, für ihre eigene Erholung, für den Erhalt ihre eigenen Arbeits- und Wettbewerbsfähigkeit zu sorgen.

Das fängt mit den Pausen an, die nicht gemacht werden, mit dem Feierabend, der erst angetreten wird, wenn gar nichts mehr geht und die Kinder auf alle Fälle schon lange im Bett sind, mit den Wochenenden, die dazu genutzt werden, „endlich mal ganz in Ruhe Dringendes abzuarbeiten“, und gipfelt im Urlaub, der zur Wochenendverlängerung bei größeren Familienfeiern oder als Brückentag verplempert wird.

Urlaub? Zwei Wochen am Stück ausspannen, erholen, den Kopf frei kriegen, raus aus dem Alltag, ausschlafen, Leib und Seele auftanken? Das brauchen vielleicht Maurer und Fabrikarbeiter, Lehrer und Callcenter Agents. Aber Führungskräfte?

O.k., die Verhältnisse haben sich geändert, nichts ist mehr so wie früher. Arbeit ist schon lange nicht mehr das, was sie mal war: das „halbe Leben“. Heute hat nur der eine Chance, der rund um die Uhr ackert, der immer ansprechbar ist, immer online, allzeit bereit … Mit drei die erste Fremdsprache, mit 17 Abitur, mit 20 Bachelor und mit 27 der erste Bandscheibenvorfall. Mit 40 Burnout – geschafft.

Es geht auch anders!

Das beweisen diejenigen Führungskräfte, die sich aktiv um ihre körperliche Gesundheit und um ihr seelisches Wohlbefinden kümmern. Nicht selten sind sie um einiges leistungsfähiger, belastbarer und ideenreicher als ihre „fleißigen“ Kollegen. Und ihre Teams sind deswegen nicht langsamer, schwächer, weniger gut organisiert – im Gegenteil. Wenn die Strukturen stimmen, wenn das Miteinander klappt, wenn die Führungskraft auch wirklich ansprechbar ist und zuhört, wenn sie da ist, dann „läuft der Laden“ auch, wenn sie weg ist, nicht erreichbar, offline.

Schöne Ferien!

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